Besuch aus der Hauptstadt

Abgeordnete im Gespräch mit Wallenhorster Realschülern

Besuch aus der Hauptstadt bekam in dieser Woche der zehnte Jahrgang (...): Der CDU-Bundestagsabgeordnete Mathias Middelberg sprach mit den Jugendlichen über seine politische Arbeit und aktuelle Themen. Neben Fragen zur Flüchtlingssituation, AfD und Koalitionspartnern standen auch die amerikanische Präsidentschaftswahl sowie die Freihandelsabkommen CETA und TTIP auf der Agenda.

Fotos: Christina Halbach

Die 60 Schüler hatten bereits im September während ihrer Abschlussfahrt nach Berlin den Politiker treffen wollen. Da der volle Terminkalender Middelbergs im Wege gestanden hatte, wurde das Gespräch nun in der Heimat nachgeholt. Für die Jugendlichen war die Stunde mit dem Bundestagsabgeordneten alles andere als ein Pflichttermin: „Die Schüler haben die Fragen sehr intensiv vorbereitet“, berichtete Heike Ammer-Marahens, Klassenlehrerin der 10b.

Fragen zur Flüchtlingspolitik

Das sollte auch der CDU-Wahlkreisabgeordnete der Stadt Osnabrück im Laufe des Gesprächs feststellen: „Mensch, ihr habt ja eine Hammerfrage nach der anderen.“ Wie er die Flüchtlingspolitik beurteilen würde, wollte zum Beispiel der 15-jährige Martin wissen.  Middelberg antwortete darauf ausgesprochen offen: „Manche Dinge sind außer Kontrolle geraten.“ Man habe nicht mehr gewusst, wer ins Land kommt. „Offen und ehrlich darüber zu reden und nicht denken, dass ist jetzt rechts“, sei jetzt der richtige Weg. Das sei zu Anfang versäumt worden.

Keine Koalition mit der AfD

Auch deswegen fühlten sich seitdem Menschen verstärkt von radikalen Parteien angezogen. Erscheinungen wie die AfD, die zum Beispiel in Baden-Württemberg  gleich mehrere Wahlkreise gewonnen habe, müsse man ernstnehmen. Eine Koalition mit der Protestpartei schloss er aber ebenso aus wie mit den Linken. Reden würde er mit allen demokratischen Parteien, erklärte er mit Blick auf die Bundestagswahl im kommenden Jahr. Auf den amerikanischen Präsidentschaftswahlkampf zielte indes Lilians Frage ab: „Was halten Sie denn von Trump?“, wollte sie von Middelberg wissen. „Also, ich würde den nicht wählen“, war darauf seine klare Antwort. Er stellte jedoch fest, dass die Amerikaner dieses Mal eine schwere Wahl haben.

Grundkurs Volkwirtschaftslehre

Mit Fragen zu TTIP und CETA wurde Middelberg auch mit internationaler Wirtschaftspolitik konfrontiert. Deutlich trat er dabei für die Freihandelsabkommen ein und betrieb zugleich ein wenig Volkwirtschaftslehre: „Wir sind mit einem Exportanteil von 50 Prozent eine Handelsnation. Davon leben wir hier.“  Deutschland sei anders als Amerika, mit einer Exportquote von lediglich zehn Prozent, darauf angewiesen, seine Produkte in der Welt zu verkaufen, der Wegfall von Zöllen und einheitliche Standards zum Beispiel in der Automobilwirtschaft daher erforderlich. Probleme sehe auch er bei der Einfuhr von gentechnisch veränderten Produkten zum Beispiel aus den USA. Darüber müsse jetzt weiter verhandelt werden. Wenn keine Verständigung erzielt werden könne, seien diese Punkte eben nicht Gegenstand des Abkommens.

Vorzüge von TTIP

Die Zehntklässler zeigten sich nach dem Gespräch sehr angetan: „Ich habe jetzt mehr verstanden, was die Vorzüge von TTIP sind, ich habe immer gedacht, das sei was Schlechtes“, sagte Selina (15). Ehrlich und offen habe der Politiker aus Berlin geantwortet – da waren sich die Jugendlichen einig. „Dass er zugegeben hat, dass man die Flüchtlingssituation nicht mehr unter Kontrolle hatte, fand ich gut“, stellte Adrian (15) fest.

Quelle: NOZ vom 03.11.2016 (Chr. Halbach)

 

 

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