Schulbusse

Gemeinde regt Investition an

Zahlt Wallenhorst für zusätzliche Schulbusse?

Wallenhorst. Wallenhorster Haupt- und Realschüler brauchen bis zu 60 Minuten, wenn sie nach der siebten oder achten Stunde mit dem Bus nach Hause in die Ortsteile Hollage oder Rulle fahren wollen. Die Verbindung zur Thomas-Morus-Schule in Osnabrück-Haste ist da deutlich schneller – und das sehen Wallenhorsts Schulen und Verwaltung als Standortnachteil. Die Verwaltung will dem Rat deshalb vorschlagen, für jährlich knapp 21000 Euro zusätzliche Busse einzurichten.

Auch die kostenlosen Busfahrkarten, die Osnabrücker Schüler für das Netz der Verkehrsgemeinschaft Osnabrück (VOS) erhalten, will die Gemeinde den Schülern spendieren, die am Wallenhorster Schulzentrum bleiben. In der Hoffnung, dass nicht alle, sondern nur die Hälfte der rund 600 Wallenhorster die sogenannte Schülerfreizeitkarte beantragen, rechnet die Verwaltung mit jährlichen Kosten in Höhe von etwa 47000 Euro.

„Letztlich geht es um die Qualität des Schulstandortes“, sagte Bürgermeister Ulrich Belde. Die Gemeinde habe das Ziel, „unsere Schüler, die sich bewusst für Wallenhorst entschieden haben, nicht schlechterzustellen als diejenigen, die sich aus anderen Gründen bewusst für die Thomas-Morus-Schule entschieden haben“. Während Gymnasiasten ohnehin nach Bramsche oder Osnabrück fahren müssen, haben die Haupt- und Realschüler die Wahl – und von 970 Haupt- und Realschülern, die in Wallenhorst leben, fahren 370 jeden Tag nach Osnabrück.

Die Diskussion um die Busfahrzeiten ausgelöst hatte der Schulelternrat der Realschule Wallenhorst, der 103 Unterschriften von Eltern gesammelt hatte, die den Landkreis Osnabrück auffordern, die Schulbusverbindungen zu verbessern.

Doch der Landkreis – zuständig für die Schülerbeförderung – wird nichts unternehmen. Wie für so ziemlich alles andere, gibt es auch in diesem Fall eine Satzung. Und diese sieht vor, dass für Schüler der fünften und sechsten Klassen ein Schulweg von 60 Minuten zumutbar ist, für Schüler der siebten bis zehnten Klasse sind es sogar 75 Minuten, erläuterte Rüdiger Mittmann, Fachbereichsleiter für Bürgerservice und Soziales im Wallenhorster Rathaus.

Sieben Alexanderschüler hat sich die Gemeinde herausgepickt und ihre Schulwege von Tür zu Tür analysiert, drei aus Rulle und vier aus Hollage. Nach der sechsten Stunde ist demnach alles in Ordnung, die Alexanderschüler kommen sogar schneller heim als die aus Haste. Das Verhältnis kippt nach der siebten und achten Stunde. Mit 61 Minuten am längsten benötigt ein Schüler, der im Barenauer Weg wohnt, teilweise müssen die Schüler umsteigen. Nach der siebten Stunde sind die Haster Schüler bis zu 20 Minuten schneller zu Hause. Drei Zusatzbusse – zwei nach Rulle und einen nach Hollage – möchte die Gemeinde daher ab September 2014 anbieten. „Wir wollen die Osnabrücker Schulen nicht schwächen, sondern einige Schüler hier halten“, betont Mittmann.

Fakt ist, dass die Schülerzahlen an der Wallenhorster Realschule sinken, bestätigt Schulleiter Stefan Schmidt. Besuchen noch mehr als 80 Schüler die zehnte Klasse, sind es in Jahrgang fünf nur noch knapp 50. Dabei sei das pädagogische Konzept „wirklich gut“, betont Christine Rabsch aus dem Schulelternrat. Schmidts Befürchtung: „Je weniger Schüler, desto weniger Angebote können wir machen.“

Am 25. März soll das Thema im Wallenhorster Schulausschuss öffentlich diskutiert werden, Beginn: 17.30 Uhr im Ratssaal.

Quelle: Neue Osnabrücker Zeitung vom 15.03.2014

 

 

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