Schulgeschichte

Geschichte der Schule von 1977 bis 2007

„Realschule Wallenhorst zum 1. August genehmigt“.

Diese Schlagzeile kündigte im Februar 1977 die Geburtstunde einer neuen Schule in Wallenhorst an.

Der Unterricht begann im August 1977 zunächst in einem recht bescheidenen Rahmen: Die 220 Schüler und Schülerinnen, von denen 112 Wallenhorster Jugendliche aus der Realschule Bramsche in die Klassen 8 und 9 der neuen Schule umgeschult wurden, und die 12 Lehrerinnen und Lehrer mit ihrem Schulleiter Ewald Johannsmeyer waren zunächst als Gäste im Gebäude der Hauptschule und in einem Pavillon am Schneidling untergebracht. Manche organisatorischen Probleme mussten bewältigt werden, um einen geordneten Ablauf des Unterrichts zu ermöglichen. Dank der guten Zusammenarbeit mit der Hauptschule konnten die Unbequemlichkeiten für Schüler und Lehrer auf ein Mindestmaß begrenzt werden.

Im September 1978 konnte die Realschule schließlich in das mit einem Kostenaufwand von 3,4 Mill. DM errichtete Schulgebäude an der Alexanderstraße umziehen. Erschien das Angebot an Räumlichkeiten zunächst noch zu groß, füllten schon Anfang der achtziger Jahre mehr als 500 Schülerinnen und Schüler in 19 Klassen die Schule mit Leben, so dass zeitweise selbst Gruppenräume zu Klassenzimmern umfunktioniert werden mussten.

Mit dem Ansteigen der Schülerzahl und dem Anwachsen des Kollegiums war eine Differenzierung des Unterrichtsangebotes verbunden, die eine qualifizierte Ausbildung der Schüler in allen für die Realschule vorgesehenen Fachbereichen ermöglichte.

1980 wurden Wahlpflichtkurse an Realschulen eingeführt. Die Schüler hatten die Möglichkeit, ihren Neigungen entsprechend, Neigungsschwerpunkte in den Fachbereichen Geschichtlich-soziale Weltkunde, Naturwissenschaften, Arbeit-Wirtschaft-Technik, musisch-kulturelle Bildung und Französisch zu wählen. Die Schule folgte hier dem Trend zur Spezialisierung, denn die Schüler lernten, in gewählten Fachgebieten ihr Wissen zu vertiefen und spezielle Arbeitstechniken anzuwenden.

Auch eine Schulpartnerschaft mit dem Collège de la Cathédrale in Angers wurde im Jahr 1980 aufgenommen und führte in den folgenden Jahren zu einem jährlichen Schüleraustausch auf beiden Seiten.

Schon 1983 konnten die Schüler der Realschule Wallenhorst die ersten Erfahrungen mit dem Computer sammeln. Die Anschaffung des „legendären“ Sinclair-Computers ZX 81 mit seiner Folientastatur und einer Speicherkapazität von 1 kByte RAM und der damalige Preis von 398,- DM sind inzwischen historische Daten. Eine kontinuierliche Weiterentwicklung in diesem Bereich führte 1985/86 zur Einrichtung eines Computerraumes.

Eine Vielzahl von freiwilligen Arbeitsgemeinschaften (u.a. Theater, Chor und Orchester, Schulgarten, Hauswirtschaft) trug in den Jahren dazu bei, Schülerinnen und Schülern Möglichkeiten aufzuzeigen und Fähigkeiten zu vermitteln, die Freizeit sinnvoll zu gestalten.

Zehn Jahre nach Gründung der Schule war die Schülerzahl auf etwa 300 zurückgegangen, was aber nicht zu einer Einschränkung des Unterrichtsangebotes führte. Im Gegenteil: Die günstige Lehrer-Schüler-Relation trug zu einer erheblichen Verbesserung der Lernbedingungen  (z.B. kleinere Klassen und Lerngruppen) bei.

In den folgenden Jahren bestimmten neben der Vermittlung von Inhalten besonders auch außerunterrichtliche Maßnahmen und Projekte das schulische Leben. Bestehende Angebote wurden ausgeweitet oder verfestigt (Anlage und Pflege des Schulgartens, Schüleraustausch mit Angers, regelmäßige Weihnachtskonzerte) sowie neue ins Leben (Schulwettbewerb Reiten) gerufen. 1995 beteiligten sich Schülergruppen erstmals am Börsenspiel der Sparkassen, wobei die Gruppe „Six of Money“ im Jahr 1997 Vizemeister wurde. Insgesamt hatten sich 49.400 Schülergruppen aus ganz Deutschland beteiligt.

Im selben Jahr konnte die Realschule auf ihr 20jähriges Bestehen zurückblicken. Dieses Jubiläum wurde im Rahmen einer Projektwoche gefeiert. 19  Lehrer/innen und 2 Lehramtsanwärter unterrichteten damals 12 Klassen mit 295 Schüler/innen. „PC“; „Internet“ oder „Graffiti“ sind Schlagworte, die die rasante Entwicklung der Gesellschaft und des Schulbetriebs kennzeichneten.

1998 wurde - nach einer zweijährigen Vakanzzeit - Frau Jutta Kettmann als neue Schulleiterin der Realschule begrüßt.

In diesem Jahr setzte die Schule neue Schwerpunkte im Bereich der Berufsfindung. Unter dem Motto „Betriebe kommen in die Schule“ fand ein Aktionstag zur Berufsausbildung statt. Wallenhorster Ausbildungsbetriebe waren in Zusammenarbeit mit der politischen Gemeinde und der Berufsberatung des Arbeitsamtes eingeladen, sich mit ihren Berufsfeldern vorzustellen. 1999 wurde diese Ausbildungskooperative

fest installiert und als regelmäßige Veranstaltung im Schulleben verankert.

In diesem Zusammenhang muss auch auf die Bereitstellung von 70.000 DM (30.000 DM von der Gemeinde Wallenhorst) für den Ausbau des Computer-Netzes der Realschule hingewiesen werden, was zur Einrichtung von 15 neuen, hoch modernen EDV-Arbeitsplätzen führte. Neben dem Informatikraum konnte auch jedes Klassenzimmer mit einem PC inklusive Internetzugang ausgestattet werden. Damit war die Realschule führend hinsichtlich der Ausstattung im Bereich der neuen Medien und es war -  auch im Hinblick auf eine spätere Berufsausbildung - in steigendem Maße möglich, den Jugendlichen Grundlagen und Arbeitsweisen der automatisierten Informationsverarbeitung zu vermitteln.

Am 9. 6. 1999 nahmen 17 Realschüler ihren Dienst als Schülerlotsen auf. Heute sorgen 31 Schülerlotsen in abwechselnden Schichten dafür, dass die Grundschüler der Katharinaschule jeden Morgen sicher über die Straße kommen. Bei Regen und Kälte, bei Schnee und Dunkelheit stehen sie morgens an drei Kreuzungen in Wallenhorst und helfen den Jüngeren auf ihrem Schulweg.

Erwähnenswert aus den nächsten Jahren ist vielleicht, dass im Jahr 2000 wieder sog. „Kopfnoten“ in die Zeugnisse aufgenommen wurden, die das Arbeits- und Sozialverhalten des einzelnen Schülers bewerten.

Auch die Teilnahme von Anika Hollmann im Jahr 2001 als Mitglied im Jugendparla-ment des Bundestages, bei dem 400 Nachwuchspolitiker aus ganz Deutschland in Bonn zusammen kamen, ist eine Meldung wert.

Das Jahr 2002 war bestimmt vom 25jährigen Bestehen der Realschule. Neben einem sportlichen Rahmenprogramm für die Schüler und Schülerinnen mit außergewöhnlichen Sportarten (Speckbretttennis, Einradfahren, Zeitlupenvolleyball, Kleinfeldfußball) erbrachte ein Sponsorenlauf der 290 Jugendlichen 6500 €, die zur Schulhofgestaltung und für einen guten Zweck eingesetzt wurden. Jubiläumsfahrten gingen für die jüngeren Klassen nach Bremen, die älteren fuhren nach Berlin.

Im selben Jahr begannen 18 Schüler/innen – unterstützt durch die Bürgerstiftung - mit der Ausbildung zu Streitschlichtern. Besonderes Ziel war es, die Eigenverant-wortung der Schüler im Umgang mit Konflikten zu stärken und einvernehmliche Lösungen zu finden.

„Jugend trainiert für Olympia“ hieß es auch an der Realschule. Im Fußball wurde die Mädchenmannschaft 2003 Landessieger, im Bundesfinale belegte sie einen ausgezeichneten sechsten Platz.

Mit Mitteln aus dem Aktionsprogramm „n21: Schulen in Niedersachsen online“ konnte im Februar 2004 ein zweiter Computerraum mit 24 Computerarbeitsplätzen eingeweiht werden.  Zudem stellte das Unternehmen Hewlett-Packard GmbH 16 Notebooks mit Transportwagen, Funknetzverbindung, einen Beamer sowie einen integrierten Drucker für Haupt- und Realschule zur Verfügung.

Mit der Abschaffung der Orientierungsstufe im Land Niedersachsen sollte für die Realschule eine schwierige Zeit beginnen, galt es doch neben der Einstellung auf jüngere Schüler vor allem beengte räumliche Gegebenheiten zu meistern. Mit Beginn des Schuljahres 2004/ 2005 war mit 19-20 Klassen und rund 530 Schülern zu rechnen. Der Wunsch seitens des Kollegiums und der  Eltern: Bitte keine zweigeteilte Schule an verschiedenen Standorten!

Es kam zur vorübergehenden Auslagerung der drei zehnten Klassen in die nahe gelegene Katharinaschule;  zudem gab es erste Pläne für einen Gebäudetausch zwischen Alexander- und Realschule.

Im November 2004 wurde ein Förderverein gegründet. Die Realschule solle mit stabilen Zuschüssen rechnen können, hieß es auf der Gründungsversammlung. Im darauf folgenden Frühjahr wurden Spielgeräte für Sport und Spaß in den Pausen spendiert und neue Polo-Shirts etc. mit dem Logo der RSW präsentiert.

Die Ausbildung der Konfliktlotsen wurde in den nächsten Monaten verstärkt. Dafür bildeten sich zwei Kolleginnen zu Schulmediatorinnen aus, um künftig schulintern Jugendliche zu Streitschlichtern ausbilden zu können.

Das Frühjahr 2005 stellte auch den Baubeginn für den Ganztagsbereich der Alexanderschule, in dessen Zuge auch vier neue Klassenräume für die Realschule angebaut wurden. Die folgenden sechs Monate Bauzeit waren mit erheblichen Lärm- und Schmutzbelästigungen verbunden.

Nach Beendigung dieser großen Baumaßnahme im Sommer desselben Jahres traten 850 Schüler und 66 Pädagogen aus Haupt- und Realschule den Umzug in den jeweils anderen Gebäudeteil an. Es kam zu einem Tausch der Klassen- und Verwaltungsräume, die jeweiligen Fachräume blieben bestehen. Zusätzlich konnte im Außengelände eine große Sportfläche für eine bewegte Freizeit während der Pausen in Betrieb genommen werden, die bis heute stark frequentiert wird.

Seit dem Schuljahr 2005/06 werden unsere Schüler an regelmäßigen „Schwer-punkttagen“ in Lern- und Arbeitsmethoden unterrichtet.

Im Dezember 2005 feierte der Vorlesewettbewerb der 6. Klassen Premiere, war er doch sonst in den Aufgabenbereich der Orientierungsstufe gefallen. Marie Altrogge siegte mit ihren Lesekünsten aus dem Buch „Fünf Freunde“.

In den nächsten Monaten und Jahren folgten weitere Projekte, die das schulische Leben bereicherten und/ oder das Lernen unterstützten:

Nach langen Jahren fand wieder ein Tanz-Anfängerkurs der Tanzschule Hull statt, endend mit einem Abschlussball im Januar 2006.

Zudem half Madame Petit Schülern mit dem Sprachmobil „France Mobil Nieder-sachsen/ Bremen“ auf die Sprünge.

Die Theater-AG gab für die Klassen 3 und 4 der Grundschule mit dem Stück „Max und Moritz“ ihr Können zum Besten.

Das 1. Mädchenfußballturnier wurde von der Realschule ausgerichtet. Sechs Schulen des Umlandes beteiligten sich.

Mit Beginn des Schuljahres 2006/ 2007 nahmen 15 „Notfallhelfer im Sanitäts-dienst“ ihre Arbeit auf. Seither stehen ausgebildete Sanitäter für die Ersthilfe zur Verfügung.

Auch eine Hausaufgabenbetreuung für die 5. und 6. Klassen startete. Schüler der 10. Klassen standen den Mitschülern – unterstützt durch Lehrkräfte – mit Rat und Tat zur Seite.

Erwähnenswert sind ferner die Projektwoche zum Thema „Suchtprävention“ im April 2007 und die „Busschule“, ein Projekt im Rahmen der Verkehrserziehung.

2007 konnte die Realschule Wallenhorst auf ihr 30jähriges Bestehen zurückblicken. Unter dem Motto „Unsere Schule soll schöner werden“ gab es wiederum einen Sponsorenlauf. Innerhalb von zwei Stunden erliefen die Schüler/innen 7000 €, von denen im Februar 2008 neue Aulamöbel angeschafft werden konnten.

In diesem Zusammenhang veranstaltete der Förderverein das größte Klassentreffen im Osnabrücker Land. Mehr als 1000 ehemalige Schüler und Lehrer kamen am 31. Mai 2008 zu einem Wiedersehen in der örtlichen Sporthalle zusammen und feierten das Jubiläum ihrer „alten“ Schule.

Nach gut 30 Jahren standen dringend notwendige Renovierungsmaßnahmen an. Nach einer Erneuerung der sanitären Anlagen wurden die Decke der Aula und einige Klassenräume saniert, zudem die Eingangsbereiche neu gestrichen.

 

 

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