Synagogenbesuch

„Hier sieht es ja gar nicht aus wie bei Jesus!“ 

Wallenhorster Realschüler besuchten die Synagoge

Erstaunt schauten sich die Schüler der Klasse 5a der Realschule Wallenhorst am 14.03.2013 in der Osnabrücker Synagoge um. Das 2003 entstandene Gebäude beeindruckte die Schüler durch seine moderne und funktionale Architektur und Ausstattung. Dass Jesus in seiner Zeit eine Synagoge besuchte, das hatten die Schüler bereits gelernt. Doch dass ein jüdisches Gotteshaus unserer Zeit anders aussieht, das durften die Schüler an diesem Tag selbst entdecken – auf einer kurzen Reise in eine für sie andere Welt.

Diese begann an der RS Wallenhorst und endete nach einer unkomplizierten Busfahrt und einem 5-minütigen Fußweg am Ziel des Geschehens, In der Barlage 43, in Osnabrück.

Nachdem das Pausenbrot verzehrt war, betraten wir die Synagoge. Im Eingangsbereich fiel den Schülern sofort eine große Menora (der siebenarmige Leuchter) auf. Fasziniert wurde auch eine Wand in Augenschein genommen, die viele kleine Kästen enthält. Diese sind mit Namen, Zahlen und einer elektronischen Kerze ausgestattet. Später erfuhren wir, dass man sich damit an die verstorbenen Verwandten erinnert und die Kerzen am Todestag leuchten.

Vor der Erkundung des Innenraumes machten sich die Jungen erst „synagogentauglich“, indem sie ihren Kopf mit einer „Kippa“ bedeckten. Rabbiner, Herr Moshe Baumel erklärte und zeigte anschließend wichtige Elemente und Gegenstände, die einen jüdischen Gottesdienst ausmachen und erklärte dessen Ablauf. So wurde zunächst die wichtige Frage geklärt, warum Männer und Frauen im Gottesdienst getrennt sitzen. Denn Frauen erhielten in der orthodoxen Gemeinde einen „Ehrenplatz“ an den Seiten des Raumes. Eine Schülerin konnte die Sitzordnung auch recht schnell begründen: „Damit die Männer nicht flirten und sich nicht ablenken.“ Anschließend wurden viele Fragen beantwortet, wie z.B. „Warum zeigt der Altar und der Thoraschrein in Richtung Osten? Wie liest man eine Thora? Warum setzt man eine Kippa auf?“ usw. Dabei bezog Herr Baumel die Schüler immer wieder ein und griff ihr Vorwissen auf. Ausführlich setzten wir uns mit dem Thoraschrein, der wertvollen Thorarolle, ihrem Zierschmuck und der besonderen Lesart der Thora auseinander. Desweiteren erläuterte Herr Baumel das Gebet mitsamt Gebetsriemen, Glaubensbekenntnis und dem Gebetsmantel. Das abschließende Rezitieren des Glaubensbekenntnisses („Sch‘ma Jisrael“) in hebräischer Sprache gab den Schülern einen mitreißenden Einblick in die fremdartige Sprache und Melodie, die beim Gebet zum Tragen kommt.

Nachdem wir noch die in den Fluren ausgestellten Bilder zum  jüdischen Leben betrachteten, traten wir bereits die Heimreise an und kamen wohlbehalten wieder an der Schule an.

Der Besuch der Synagoge war für uns auf jeden Fall lohnenswert und kann an dieser Stelle nur empfohlen werden.

H. Wagenleitner


 

 

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